Die Zeitschrift “Rundfunk und Geschichte” ist ein in der Wissenschaftslandschaft etabliertes Fachorgan. Sie erscheint zweimal jährlich und bietet wissenschaftliche Aufsätze und Dokumentationen, Diskussionsbeiträge und Berichte über Tagungen, Dissertationsvorhaben, Ausstellungen und Archive sowie Rezensionen medienwissenschaftlicher Neuerscheinungen.
Für Mitglieder des “Studienkreises Rundfunk und Geschichte” ist die Fachzeitschrift kostenlos. Nichtmitglieder können sie jährlich abonnieren.
Auf unserer Webseite erscheint jeweils ein wichtiger Artikel jedes neuen Heftes im Volltext. Die gesamte Ausgabe wird zwei Jahre nach ihrem Print-Erscheinen als PDF-Dokument online verfügbar gemacht.
Derzeit arbeiten wir an der Digitalisierung des gesamten Bestandes von der Gründung der Zeitschrift bis heute. Wir hoffen, dass wir Ihnen in der ersten Hälfte des Jahres 2012 den Altbestand vollständig online anbieten können.
In den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts war Radio das kulturelle Leitmedium. In den Abendstunden lieferten die Rundfunkanstalten ihren Hörern ein anspruchsvolles Programm aus literarischen, politischen und naturwissenschaftlichen Themen. Für viele Literaten trug der Funk maßgeblich zur Existenzsicherung bei. Heute noch bekannt ist der Schriftsteller und Rundfunkredakteur Alfred Andersch sowie die Autoren, die er in Frankfurt, Hamburg und Stuttgart vor das Mikrophon geholt hat. Sie gehörten zum größten Teil der »Gruppe 47« an. Dass es damals noch weitere bedeutende Redakteure gab, ist heute beinahe ebenso unbekannt wie die Autoren, die diese zu Wort kommen ließen. Der Aufsatz stellt mit Jürgen Eggebrecht einen solchen Protagonisten vor, in der Hoffnung, ihn sowie die von ihm beim NDR engagierten Schriftsteller der literarhistorischen Vergessenheit zu entreißen. Eggebrechts Leben und Wirken wird vor dem Hintergrund des 2009 von der Münchner »Monacensia, Literaturarchiv und Bibliothek« erworbenen Nachlasses rekonstruiert. Eggebrecht leitete beim NWDR/NDR ab den frühen 1950er Jahren bis 1959 die Abteilung »Kulturelles Wort« und sorgte in dieser Position für ein literarisch vielstimmiges Programm – neben Autoren der »Gruppe 47« arbeiten auch Vorkriegsautoren wie Ernst Penzoldt und Exilschriftsteller wie Hermann Kesten für die Programme. Zu entdecken ist eine deutsche Literatur, die keinen Platz im Kanon deutscher Literatur des 20. Jahrhunderts besitzt.
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