Helmut Drück verstorben

(Archiv-Foto von 1989: IMAGO / teutopress)

Der Studienkreis trauert um Helmut Drück (21. Januar 1932 – 1. September 2026)

Der Studienkreis Rundfunk und Geschichte e.V. trauert um Dr. Helmut Drück, der am 1. September 2026 im Alter von 94 Jahren verstorben ist. Der promovierte Jurist war eine der prägenden Persönlichkeiten der deutschen Nachkriegs-Rundfunklandschaft. Nach vielseitigen Stationen beim Westdeutschen Rundfunk (WDR) über zwei Jahrzehnte, unter anderem als Leiter der Intendanz und stellv. Programmdirektor, übernahm er im Januar 1990 das Amt des Intendanten beim RIAS (Rundfunk im amerikanischen Sektor).
In dieser historischen Umbruchphase gestaltete er den Übergang des Senders in das vereinte deutsche Rundfunksystem maßgeblich mit und begleitete die Fusion zum heutigen Deutschlandradio. Auch nach dem Ende seiner aktiven Intendantenzeit blieb er der Medienszene eng verbunden – unter anderem durch sein Engagement für die RIAS Berlin Kommission.
Dem Studienkreis Rundfunk und Geschichte war Helmut Drück über viele Jahre hinweg eng verbunden. Als Vorsitzender von 1991 bis 2001 prägte er unsere Fachgesellschaft in einer Zeit der großen politischen und technologischen Medientransformationen. Seine fundierten Perspektiven bereicherten unter anderem die Rundfunkhistorischen Gespräche und blieben der Forschung als wertvolle Zeitzeugendokumente erhalten. „Er war ein liberaler Geist, der mit einem feinsinnigen und ruhigen Führungsstil sein Umfeld beeindruckt hat“, so formulierte es der Deutschlandradio-Intendant Stefan Raue – und dem können wir uns nur anschließen. Meine letzte Begegnung mit einem überaus wachen, präzisen und zugleich sehr nachdenklichen und empathischen Helmut Drück fand anlässlich seines Auszugs aus seinem Berliner Haus im Jahr 2021 statt. Für diesen Moment bin ich sehr dankbar. Dem Studienkreis hat er im Zuge dessen einen Teil seiner privaten Bibliothek mit medienrechtlicher und medienpolitischer Fachliteratur übereignet. Unser tiefes Mitgefühl gilt seiner Familie und den Angehörigen. Eine ausführliche Würdigung von Dr. Drück folgt in einer der nächsten Ausgaben von Rundfunk und Geschichte.

Kai Knörr, für den Vorstand des Studienkreises Rundfunk und Geschichte e.V.

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